Begegnung der dritten Art am Geldautomaten

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Der Bankschmierlappen bekommt mit, dass ich am Selbstbedienungs-Automaten stehe (wo ich im Auftrag meines rückenversehrten Paps Geld und Kontoauszüge hole)und kommt sofort angeglitten:

„Na? Wie geht’s?“

– Och. Mir fehlt die Kraft zum Klagen. (so emotionsentleert es mir möglich ist).

„Na, solange man noch Scherze machen kann, nä?“

– Jo.

Pause.

Pause.

Pause.

„Hier … wir beide müssen uns nochmal unterhalten.“

Natürlich giert er nach wie vor auf den Erlös meines Bausparvertrages, der seit Kurzem auf meinen Sparkonto ruht.

– Nö. Das wird demnächst in Kfz angelegt.

An dieser Stelle hören wir ein Geräusch, als würde jemand sehr dünnes Kristall zerschlagen, gefolgt von einem leisen und langgezogenen „Naaaaeeeeeiiiiin!“, als wäre jemand in ein bodenloses Loch gefallen und hätte erst nach fünfzig Metern Sturz mit dem Schrei begonnen.

„Oh“

„Ja.“

„Äh.“

„Was für ein Kfz denn?“

– So mit vier Rädern und vier Türen. Schönes Wochenende.

Abgang Pagel, Vorhang fällt scheppernd.

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Ja, ich weiß schon, dass der Mann seine Produkte verkaufen muss, und mir ist angesichts der Schlagzeilen über immer höheren Beträgen auf einfachen Sparkonten in Deutschland auch bewusst, dass er und seinesgleichen sicher auch unter sehr großem Erfolgsdruck stehen werden.

Das ist aber nicht mein Problem.

Ich betrachte Banken angesichts der aktuellen Null-Zinsen sowieso schon als leider notwendiges Übel, und wenn mit dann noch jemand irgendeine merkwürdige Anlagemöglichkeit verkaufen will und gleichzeitig so tut, als sei er mein Freund und/oder ich würde ihn interessieren, sinkt meine Bereitschaft zur Freundlichkeit auf ungefähr 0 Kelvin …

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