Alle bekloppt geworden

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Gerade am Frühstückstisch in der Zeitung gelesen: Ein leitender Angestellter der Hamburger Sparkasse („Haspa“) hat seinerzeit 1,7 Millionen Euro veruntreut und wurde dafür erstinstanzlich zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt.

Im Berufungsprozess ist der Mann nun freigesprochen worden.

Weil er schuldunfähig war.

Wegen seiner Spielsucht.

Kannst.
Du.
Dir.
Nicht.
Ausdenken.

Stimmt aber wirklich, > hier < schreibt der NDR  darüber.

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Gestern in den Vorabend-Nachrichten im TV wurde über einen nun zum dritten Mal aufgerollten Prozess über einen Fall berichtet, in dem zwei Idioten sich ein Rennen durch Berlin mit bis zu einhundertsiebzig Stundenkilometern geliefert und dabei den Unfalltod eines unbeteiligten Mannes verschuldet haben.

Erstinstanzlich wurden die beiden wegen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt – was dann aber vom Bundesgerichtshof aufgehoben wurde, weil man dort den bedingten Tötungsvorsatz nicht ausreichend belegt hatte.

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Sind denn alle bekloppt geworden?

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2 Antworten auf Alle bekloppt geworden

  • Nun ja, das ist nun mal so, dass das normale Rechtsempfinden nicht unbedingt dem entspricht, was man aus so einem Rechtsgrundsatz herausquetschen kann. Und nur weil man ein Vollidiot ist und den Tot eines Menschen in Kauf nimmt, ist man noch kein Mörder, sondern eben nur ein Totschläger. Strafe muss aber in beiden Fällen sein.
    Und wenn jemand krank ist, und dazu gehört auch ein Süchtiger, ist er nur bedingt schuldfähig. Früher wurden kranke Menschen wegen ihrer Taten einfach in den Knast abgeschoben und genau das will man heute vermeiden. Allerdings, und da gebe ich dir voll und ganz recht, kann man jede Handlung so lange ad absurdum führen, bis daraus ein Entschuldigungsgrund wird. Und das gefällt mir auch nicht!!!

    • Hmja … es ist ein heikles Thema.

      Gibt denn eine Krankheit jedem Betroffenen die Legitimation, andere darunter leiden zu lassen?

      Wenn ich mich betrunken hinter’s Lenkrad setze, komme ich ganz bestimmt nicht mit einer vorübergehenden, alkoholbedingten Schuldunfähigkeit davon – und das ist auch gut und richtig so.

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